Maria



Zentral für das orthodoxe und katholische Verständnis der Figur Mariens ist sie als Ort der Inkarnation Gottes. Orthodoxe und katholische Theologen legen zwei Stellen im Lukasevangelium als biblischen Beleg für die von diesen Kirchen praktizierte Marienverehrung aus.In den orthodoxen Kirchen zeigt sich diese Verehrung nicht zuletzt an der großen Zahl der Marienikonen, die nur von der der Christusikonen übertroffen wird.

Die Römisch-katholische Kirche beruft sich bei ihrem Marienbild weniger auf biblische Aussagen als auf ihre Traditionen und Überlieferung. Diese werden von ihr als das „Zeugnis des Heiligen Geistes“ interpretiert – im Gegensatz zu den protestantischen Kirchen, bei denen das Zeugnis des Heiligen Geistes niemals über das der Bibel hinausgehen kann. Maria – so die katholische Argumentation – nimmt das Wort Gottes durch einen Engel über das Ohr auf.

Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. (Lk 1,35)

Sie trägt dann das Wort Gottes, das ihr der Engel verkündete in sich und wird zur Stätte der Fleischwerdung des Sohnes des allmächtigen Gottes. Die Rolle Marias im Heilsgeschehen wird in der katholischen Kirche von der Mariologie untersucht. So wird Maria in der katholischen Kirche wegen der Jungfräulichen Geburt Jesu oft auch kurz „die heilige Jungfrau“ genannt. Andere häufige Titel sind „Mutter Gottes“, „Unsere Liebe Frau“, im ostkirchlichen Bereich „Theotokos“ (Gottesgebärerin).

Maria


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