Heiliger Antonius



Der "Platz der drei Märtyrer" in Rimini/Italien war einst von großen Palästen umgeben. In einem davon wohnte damals in den ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts ein Mann namens Bonvillo, einer der Honoratioren der Stadt, hartherzig und ungläubig, vor allem in Bezug auf die reale Gegenwart Christi in der Heiligen Eucharistie. Als der heilige Antonius in Rimini Missionspredigten hielt, forderte er den genannten Bonvillo auf, wie auch die übrigen Bürger der Stadt, an die reale Gegenwart Christi im heiligsten Sakrament zu glauben. Bonvillo aber erklärte, nur ein Wunder könne ihn dazu bringen. Darauf sagte der hl. Antonius zu Bonvillo: "Gib deinem Maultier drei Tage lang nichts zu fressen; dann bring es hierher: du wirst ihm eine Schale Hafer und ich das Allerheiligste vorhalten, und du wirst sehen, es kniet sich eher nieder, als daß es vom Hafer frißt." Als der Tag gekommen war, zelebrierte der hl. Antonius auf dem "Platz der 3 Märtyrer" die heilige Messe. Das Maultier wurde vorgeführt. Antonius hielt ihm die konsekrierte Hostie vor, während der Ketzer Bonvillo ihm die Schale Hafer hinstreckte.

"Und, o Wunder", bezeugt Bischof Minorit Rigaud, der im 13. Jahrhundert lebte, "das ausgehungerte Tier schritt gemessenen Schrittes, als ob es Vernunft besäße, zum Leib des Herrn hin und beugte vor dem heiligen Antonius, der die Hostie hielt, ehrfurchtsvoll die Knie".

 
Gebet des hl. Antonius
Liebreicher Jesus, was könnte liebenswerter sein als du!
Der Gedanke an Dich ist köstlicher als Honig, köstlicher als alles in der Welt.
Name voll Lieblichkeit, Name voll Segen! Was bedeutet Jesus anderes als Erlöser?
Sei uns denn, guter Jesus, um Deinetwillen "Jesus": Erlöser!
Als Vorgeschmack der Freude hast Du uns den Glauben gegeben;
gib uns auch die Hoffnung und die Liebe, damit wir darin leben und sterben und zu Dir zu gelangen verdienen.
Dies verleihe Du uns auf die Bitten Deiner liebreichen Mutter, der Du bist gepriesen in Ewigkeit. Amen.


Die Basilika des hl. Antonius steht in Padua in Norditalien. Im Internet kann man den Wallfahrtsort unter

http://www.heiligerantonius.org besuchen.

Der heilige Antonius - auch heute noch ein großer Volksheiliger!
Trefflich nannte ihn Papst Leo XIII. einst einen „Heiligen der ganzen Welt". Denn gleichgültig wohin wir auch schauen, ob in eine Kirche tief im brasilianischen Amazonas, in ein katholisches Gotteshaus auf den Philippinen oder in ein Dorfkirchlein in den Allgäuer Alpen: Überall ist der heilige Antonius zu Hause, überall stehen Statuen zu seinen Ehren und überall sind Menschen, die in ihren Nöten vertrauensvoll bitten, er möge für sie Fürsprache halten bei Gott.
Diese Beliebtheit des heiligen Antonius kommt nicht von ungefähr. Zu oft, zu auffällig und zu nachhaltig hilft er den Menschen, die ihn anrufen. Es gibt unzählige Berichte Gläubiger, wie sie in ihrer Not bei diesem großen Heiligen Hilfe gefunden haben. Und wer einmal an seinem Grab in der Basilika von Padua gestanden hat, kann die Dankbarkeit, das Vertrauen und die Liebe des Volkes für Antonius eindrucksvoll miterleben. Zu Tausenden strömen sie in seine Kirche, um ihm ihre Nöte vorzutragen oder ihm für seine Hilfe zu danken.
Zahlreich sind auch die Überlieferungen großer Wundertaten des Heiligen schon während seines kurzen, nur 36 Jahre dauernden Lebens. So kommt eines Tages ein etwas einfältiger junger Mann namens Leonardo bei Antonius zur Beichte und bekennt, seiner Mutter im Zorn einen Fußtritt versetzt zu haben. Um die Schwere dieses Vergehens zu unterstreichen, sagt der Heilige: „Ein Fuß, der gegen seine Eltern tritt, verdient abgehauen zu werden". Der Einfaltspinsel nimmt dieses bildlich Gesprochene wörtlich, geht nach Hause und hackt sich den Fuß ab. Die verweifelten Angehörigen rufen sofort den Heiligen herbei. Der nimmt den abgetrennten Fuß, hält ihn an den Beinstumpf, betet innig zu Gott und macht das Kreuzzeichen darüber. Da wächst der Fuß wieder an, der Junge kann gehen und nicht einmal eine Narbe bleibt zurück.
Antonius wird 1195 als Sohn reicher Edelleute in Lissabon/Portugal geboren und auf den Namen Fernandez getauft. Schon mit 15 Jahren entscheidet sich der Hochgebildete, dem Ruf Gottes zu folgen und tritt den Augustinerchor- herren bei. Dort begegnet er Missionsbrüdem des heiligen Franz von Assisi und ist von ihrer Armut und Spiritualität so begeistert, daß er den Orden wechselt und den Namen Antonius annimmt. Er besteigt ein Schiff, um in Marokko den Sarazenen Christus zu predigen. Doch dort angekommen, wird er krank und muß unverrichteter Dinge zurück- segeln. Dabei gerät er in einen Sturm und sein Schiff strandet, weit von seiner portugiesischen Heimat entfernt, in Sizilien. Von da aus wandert er nach Assisi, trifft mit dem großen heiligen Franziskus zusammen und läßt sich als Einsiedler in Montepaolo bei Forli nieder. Als er während einer Priesterweihe zum Predigten genötigt wird, erkennen seine Mitbrüder die Strahlkraft seines Wortes. Fortan ist Antonius in der Verkündigung des Glaubens eingesetzt. Unermüdlich predigt er, hört Beichte, bekehrt Ungläubige, heilt Kranke, hilft Bedürftigen. Er reist nach Südfrankreich, um dort gegen die Irrlehre derAlbigenser zu predigen. Allein kraft seines Wortes und dem Beispiel seines christlichen Lebens führt er ganze Städte wieder zum wahren Glauben. Als Franziskus stirbt, kehrt er nach Italien zurück und landet schließlich in der norditalienischen Stadt Padua, die er mit seinem guten Geist völlig zum Besseren verändert. Die Menschen lieben ihn, sie strömen von überall herbei, um ihn zu hören. Aber Antonius, völlig verzehrt von seinem aufopferungsvollen und asketischen Einsatz für die Rettung der Seelen, stirbt jung mit 36 Jahren an Wassersucht. Unzählige eilen an sein Grab; und es geschehen dort so viele Wunderheilungen, daß Papst Gregor IX. ihn schon ein Jahr nach seinem Tod, 1232, heiligspricht und sein Fest auf den 13. Juni festlegt. Im gleichen Jahr beginnen die Menschen von Padua mit dem Bau einer Basilika für ihren geliebten Antonius. In diesem Gotteshaus befinden sich heute das Grab des Heiligen sowie seine Zunge, die unversehrt geblieben ist, und wunderbar Zeugnis gibt, für das rettende, tröstende und heilende Wort, das sie verbreitete.
Antonius von Padua ist den Menschen noch immer unsagbar nah. Und die Menschen ihm. Wer sich im Gebet vertrauensvoll an ihn wendet, für den tut Antonius auch heute noch so fruchtbringend Fürsprache, daß ihn die ganze Welt nur „den Wundertäter" nennt.

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